Vorträge


Vortrag 1

 

„Arbeitswelt im Wandel: Was hat sich in Österreich in den vergangenen 20 Jahren getan?“ (Dr. Thomas Leoni, MA)

Der Vortrag beleuchtet längerfristige Trends und zentrale Entwicklungen am Arbeitsmarkt und in der Arbeitswelt in Österreich in den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten stattgefunden haben. Ausgehend von einer makroökonomischen Perspektive werden zunächst Zahlen und Fakten zur Beschäftigung und Arbeitslosigkeit präsentiert, insbesondere in Bezug auf die Zusammensetzung der Erwerbspersonen und die Verbreitung unterschiedlicher Formen von Erwerbstätigkeit. In einem zweiten Schritt wird dargestellt, inwiefern sich der Arbeitsmarkt auch in Bezug auf die Anforderungen an die Arbeitskräfte und die vorwiegenden Tätigkeitsschwerpunkte verändert hat. Abschließend werden gesundheitliche Indikatoren der Arbeitswelt aufgezeigt und die Frage aufgeworfen, welche Bedeutung die gesundheitliche Dimension der Beschäftigungsfähigkeit für die Erwerbschancen der Einzelnen und für den Arbeitsmarkt insgesamt einnimmt.

 

Thomas Leoni (Jahrgang 1975), seit 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) im Bereich „Arbeitsmarkt, Einkommen und soziale Sicherheit“. Ausbildung mit Abschlüssen an der Universität Bologna (Philosophie), Johns Hopkins University (European Studies) und Wirtschaftsuniversität Wien (Volkswirtschaftslehre). Forschungsschwerpunkte zu Fragen der Gestaltung des Wohlfahrtsstaats und der Gesundheit in der Arbeitswelt. Lehrtätigkeit an verschiedenen österreichischen Universitäten, derzeit Lehrbeauftragter an der Wirtschaftsuniversität Wien.

 

Vortrag 2

 

"Substituierbarkeit der Erwerbsarbeit durch Digitalisierung" (Mag.a Gerlinde Titelbach)

Die eingesetzten neuen Technologien in den Arbeits- und Produktionsprozessen infolge laufender technischer Innovationen, werden über kurz oder lang zu Veränderungen in der Arbeitswelt führen. Welche Berufe bzw. Tätigkeiten mittelfristig durch die sogenannte vierte industrielle Revolution wegfallen könnten und in welchem Ausmaß das passieren wird, ist eine der zentralen Fragen die es zu beantworten gilt um Gestaltungsoptionen für die Zukunft zu entwickeln. Entsprechend einer detaillierten Schätzung für Österreich haben 9 % der Beschäftigten ein Tätigkeitsprofil, das zu hohen Anteilen durch die voranschreitende Digitalisierung der Arbeitsprozesse substituiert werden kann (vgl. Nagl/Titelbach/Valkova 2017). Sieht man sich die einzelnen Berufsgruppen und die vorhandenen Beschäftigungsstrukturen im Detail an, zeigt sich, dass Arbeitnehmer/innen, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen, am stärksten vom potentiellen Verlust ihres Arbeitsplatzes durch Digitalisierung betroffen sind: Hilfsarbeiter/innen und Handwerker/innen machen gemeinsam über 50 % aus.

 

Gerlinde Titelbach studierte Soziologie an der Universität Wien. Seit 2010 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Höhere Studien (IHS) und seit 2015 leitet sie die Forschungsgruppe Arbeitsmarkt und Sozialpolitik. Ihre Forschungsschwerpunkte sind empirische Fragestellungen zum Arbeitsmarkt, die Evaluation von Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie Verteilungsfragen.

 

Vortrag 3

 

Wie Social Entrepreneurs IT zur Verbreitung ihrer Wirkung nutzen (Alexander Kesselring)

Ashoka unterstützt seit 35 Jahren weltweit Social Entrepreneurs bei der Verbreitung ihrer sozialen Wirkung. Wir arbeiten mit einem globalen Netzwerk von mehr 3300 Ashoka Fellows. Ashoka Fellows sind Social Entrepreneurs, deren Lösungen innovativ und wirksam genug sind, um potentiell einen Systemwandel in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen einzuleiten. Beispiele von Fellows, denen dies bereits gelungen ist, sind z.B: Jimmy Wales (Gründer von Wikipedia) oder Muhammad Yunus (Begründer des Mikrokredit Modells). Moderne IT Lösungen erweitern die Möglichkeiten für Sozialunternehmen soziale Wirkung zu verbreiten. Im Vortrag wird anhand von konkreten Beispielen beschrieben wie unsere Fellows IT Lösungen nutzen, und wie dadurch soziale Wirkung verbreitet wird. Ein Fokus wird auf Wirkungen auf Arbeit- und Arbeitsbedingungen liegen. Das betrifft „externe Zielgruppen“ von Sozialunternehmen ebenso wie MitarbeiterInnen.

 

Alexander Kesselring studierte Soziologie und Philosophie an der Universität Wien mit Schwerpunkt Gesellschaftstheorien und sozialer Wandel. Von 2006 bis 2014 arbeitete er als wissenschaftlicher Projektleiter am Zentrum für Soziale Innovation in Wien. Schwerpunkte seiner Arbeit waren empirische Studien zu sozialer Innovation, Theorien zu sozialer Innovation, sowie Evaluationen. Als Projektleiter koordinierte er Forschungsaktivitäten und Evaluationen in mehreren EU-Projekten. 2015 absolvierte er den Zertifikatslehrgang „Advanced Business Planning“ an der Donau Universität Krems mit dem Schwerpunkt Unternehmensgründung. Seit 2015 ist Alexander Kesselring als Projektmanager bei Ashoka tätig. Er arbeitete im Bereich Venture (Fellow Candidate Screening & Selection), unterstützte das Ashoka Visionary Program, das er auch als Teilnehmer absolvierte, und koordinierte nationale und europäische Projekteinreichungen für Ashoka. Zur Zeit arbeitet er am Aufbau eines neuen Programms, das den professionellen Transfer von sozialunternehmerischen Lösungen ermöglichen wird.